Das Alphorn in den Ruinenmauern von Château Montségur

Katharer (Albigenser) und ihre Burgen

Über die Katharer könnte man nicht nur ein Buch schreiben, es sind schon unzählige geschrieben worden und auch das Internet ist voll mit Informationen zum Thema. Hier geht es mir nur darum, den Namen des Wanderwegs »Le Sentier Cathare« in seinen historischen Zusammenhang zu stellen. Weitere Informationen zur Geschichte und zum Glauben der Katharer finden sich z.B. auf www.cathares.org oder auf Deutsch bei www.katharer.de.

Le Sentier Cathare = Katharerweg

Laut dem Ökumenischen Heiligenlexikon kommt »Katharer« vom griechischen »katharos« =  rein, weil sich diese Bewegung durch Einhalten strenger Askese auszeichnete. Im Mittelalter waren sie weit verbreitet und versammelten ihre stärkste Gefolgschaft Südfrankreich, wo sie Albigenser genannt wurden. Die Albigenser glaubten an das dualistische System des Manichäismus - simpel ausgedrückt an
»Gut« und »Böse«, die unabhängig voneinander existieren - und verurteilten jede Form des Materialismus. Dies stand in Konflikt zur traditionellen christlichen Kirche, die sie für ein zu vernichtendes Machwerk Satans hielten. Um den stetigen Verfolgungen zu entgehen zogen die Katharerprediger südwärts. Nur eine reine und spirituell ausgerichtete Existenz führte nach Ansicht der Albigenser zur Erlösung. Verfehlungen hätten dagegen die Wiedergeburt der Seele in einer neuen sterblichen Hülle, als Mensch oder Tier, zur Folge - eine Vorstellung, die dem Buddhismus nahe steht.

Fast der gesamte Adel zählte zu den Anhängern der Albigenser. Als die Grafen von Toulouse und Foix sich gegen die katholische Kirche und den König von Frankreich wandten, begann Papst Innozenz III. 1209 einen Kreuzzug (= »Albigenserkrieg«) gegen diese »Ketzer«, der bis 1229 andauerte. Die Albigenser wurden dabei brutal vernichtet und weite Teile Südfrankreichs in Schutt und Asche gelegt. Kleine Gruppen der okzitanischen Katharer bzw. Albigenser retteten sich Anfang 13. Jh. in abgelegene Gegenden des Languedoc und trotzten der Inquisition bis ums Jahr 1330.

Die Katharer oder Albigenser selber bezeichneten sich als Christen oder Bonshommes (»gute Menschen«). Dies ist die Bezeichnung für einen anderen Fernwanderweg (GR 107); Le Chemin des Bonshommes oder El Camí del Bons Homes, der in 9-10 Etappen von Foix nach Berga führt (ca. 200 km über die Pyrenäen). ... Ein nächstes Wanderprojekt habe ich also vorrätig :)

Katharerburgen

Allen »Katharerburgen« ist gemeinsam, dass sie an exponierter Lage auf hohen Bergspitzen erbaut wurden. Im »Pays Cathare« (Region Corbières im Languedoc-Roussillon) gibt es eine Reihe von mittelalterlichen Burgen (Karte):
  • »Echte« Katharerburgen wurden während des Albigenserkreuzzugs (1209-1229) von Anhängern der Katharer aus Gründen der Verteidigung erbaut. »Castra« = befestigte Höhensiedlung. Die meisten castra wurden geschleift und später als Königsburgen wieder aufgebaut.
  • »Falsche« Katharerburgen wurden nach dem Albigenserkreuzzug (1229-1240) von französischen Königen errichtet um Wiederaufflammen der Ketzerei und separatistische Tendenzen in Okzitanien zu unterbinden, ihre Macht zu demonstrieren und die Machtansprüche des Königreichs Aragon abzuwehren.

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